VB-Oberberg-GB2025

Was hat Sie als junger Mitarbeiter in die Volksbank gebracht und was hat Sie im Haus gehalten? Mich hat sicher recht früh gereizt, Verantwortung zu übernehmen und gleichzeitig nahe am Alltag der Menschen zu bleiben. Genossenschaftliche Banken haben eine besondere Erdung. In der Region mit schnellen Entscheidungen, unmittelbar etwas bewegen zu können und nicht in großen Systemen gefangen zu sein, das war für mich entscheidend. Wenn Sie an den Beginn Ihrer Vorstandstätigkeit denken, was war die größte Herausforderung? Mit 36 Jahren war ich in unserer Bank, in der Region und bundesweit einer der jüngsten Vorstände. Akzeptanz und Vertrauen zu erlangen bei allen Stakeholdern und insbesondere auch im eigenen Hause, das habe ich seinerzeit als durchaus anspruchsvoll empfunden. Zudem veränderten sich der Arbeitsalltag und die Themen grundlegend. Über den Tellerrand zu blicken, ein Gefühl für das zu haben, was übermorgen kommen kann, war ebenfalls herausfordernd. Sie haben das Berti-Vogts-Zitat „Der Star ist die Mannschaft“ geprägt. Was bedeutet das als Führungsprinzip konkret? Die Formulierung soll deutlich zum Ausdruck bringen, dass wir nur als Gemeinschaft, mit Teamgeist und Engagement erfolgreich sein können. Jeder muss in seiner Rolle und Funktion einen Beitrag leisten, ohne sich selbst in den Vordergrund zu stellen. Herr Stockhausen, 45 Jahre im Haus, knapp drei Jahrzehnte im Vorstand, und zwei Dekaden als Vorstandsvorsitzender. Was bleibt, wenn man auf diese Zeit zurückblickt? Ingo Stockhausen: Es bleibt das Gefühl großer Dankbarkeit und der besonderen Ehre, dass ich in meiner Heimat diese berufliche Zeit in einer verantwortungsvollen Rolle verbringen durfte. Ebenso die ausdrückliche Freude darüber, dass wir über Jahrzehnte konsequent unserer Überzeugung gefolgt sind, als regionale Genossenschaftsbank nah bei den Menschen zu sein. Die Eröffnung neuer Geschäftsstellen in den Jahren 2008 bis 2015 und der stetige Ausbau unserer Standorte sind mir in besonderer Erinnerung geblieben. Sie gehen am 30. Juni 2026 endgültig in den Ruhestand. Fühlt sich dieser Schritt eher nach Abschluss an oder nach Übergabe? Es ist sicher beides. Persönlich der Abschluss einer für mich herausragenden Zeit mit wunderbaren Wegbegleitern und zugleich die Übergabe der Verantwortung an meinen Nachfolger Andreas Neumann sowie an die Vorstandskollegen Jörn Richling und Marc Gottschlich. Sie werden die Bank gemeinsam mit unseren engagierten Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern in eine gute Zukunft führen. Verlässlichkeit ist kein Werbeslogan, sondern eine innere Haltung Interview mit Ingo Stockhausen 45 Jahre Volksbank Oberberg und Vorgängerinstitute, 28 Jahre im Vorstand, davon 20 Jahre an der Spitze. Ingo Stockhausen verabschiedet sich zum 30. Juni 2026 in den Ruhestand. Im Gespräch erklärt er, was ihn geprägt hat, warum Kundennähe für ihn immer Strategie war und weshalb Übergaben in Banken mehr sind als Personalien. 14 Porträt

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