Wie gestaltet sich die Zusammenarbeit mit Ihrer Bank in diesem Umfeld? Mit der VR Bank fühlen wir uns eng verbunden. Mein Vater war sogar Mitglied im Aufsichtsrat, und wir pflegen nach wie vor freundschaftliche Kontakte zu den Mitarbeitern. Die VR Bank ist der größte Wirtschaftsförderer in unserer Region und schenkt uns viel Vertrauen. Während der Meisterschule in den 90er Jahren hat mir ein Lehrer geraten, bei einer Regionalbank zu bleiben, weil man bei Großbanken oft hinten runterfällt. Und so ist es: Die VR Bank arbeitet schnell, persönlich und wertschätzend. Es ist ein echtes Miteinander. Ich glaube, genau das brauchen wir jetzt: Partner, die nicht nur Regeln weitergeben, sondern auch helfen, Lösungen zu finden. Digitalisierung und KI verändern auch das Handwerk. Wie gehen Sie mit diesen Themen um? Digitalisierung und Künstliche Intelligenz sind für uns wichtige Themen. Beispielsweise kann KI bereits zur Analyse von Statistiken und zur Steuerung der Bestellungen genutzt werden. Roboter erleichtern monotone Arbeiten – besonders interessant ist das, wenn Arbeitskräfte fehlen. Ein Beispiel ist unser Brezelschling-Roboter: Der Teig wird hineingegeben, dann wird er automatisch gerollt und geformt. Solche Investitionen sind zwar teuer, zahlen sich aber schnell aus. Die Finanzierung läuft über die VR Bank, die auf umfangreiche Unterlagen verzichtet hat – eine Rentabilitätsrechnung reichte, und die Finanzierung wurde schnell genehmigt. Trotz dieser Herausforderungen – was motiviert Sie, Ihr Handwerk fortzuführen? Die Liebe zu meinem Beruf! Bäcker zu sein ist für mich Berufung, ich mache das mit Leidenschaft. Und ich sehe in der Modernisierung und Digitalisierung die Zukunft unseres Handwerks. Wie sehen Sie die Zukunft Ihres Betriebs und des regionalen Handwerks insgesamt? Die Handwerksbranche insgesamt steht vor großen Herausforderungen und wird leider nicht immer ausreichend wertgeschätzt. Glücklicherweise plant mein Sohn, den Betrieb weiterzuführen. Dennoch beobachten wir, dass viele junge Menschen lieber studieren gehen. Handwerk muss man jedoch aus Leidenschaft machen – man gewinnt Kunden und Mitarbeiter vor allem übers Herz, nicht über den Geldbeutel. Was wünschen Sie sich konkret von der Politik und Ihrer Bank? Von der Politik erhoffe ich mir endlich die versprochenen Erleichterungen bei der Bürokratie – es muss wirklich etwas passieren! Von meiner Bank wünsche ich mir, dass die Regionalität erhalten bleibt und persönliche Ansprechpartner vor Ort weiter verfügbar sind. Vielen Dank für das Gespräch und die Einblicke in Ihren Betrieb! Zwischen Tradition, Innovation und Bürokratie Wie ein regionaler Handwerksbetrieb den Spagat zwischen bewährtem Handwerk, moderner Technik und bürokratischen Hürden meistert. Die Bäckerei Busch & Naab aus Bundenthal zählt zu den führenden Handwerksbäckereien in der Region. „Meine Bank“ sprach mit Inhaber Thomas Busch über die Herausforderungen und Chancen seines Betriebs in der aktuellen wirtschaftlichen Lage, den Umgang mit Bürokratie, die Digitalisierung im Handwerk und die Zusammenarbeit mit der VR Bank Südliche Weinstraße-Wasgau eG. Welche Rolle spielt Ihre Bäckerei in der Region und wie erleben Sie die aktuelle wirtschaftliche Lage? Unsere Bäckerei ist seit 120 Jahren fest in der Region verwurzelt und mit 8 Filialen und 80 Mitarbeitern der größte Bäckereibetrieb der Region. Doch auch wir spüren, dass die wirtschaftliche Lage momentan angespannter ist – unsere Kunden werden zurückhaltender beim Einkauf. Was die Mitarbeitersituation betrifft, sind wir aktuell gut aufgestellt. Das war nicht immer so einfach. Besonders spannend ist unser Einsatz bei der Ausbildung: So haben wir dieses Jahr vier Auszubildende aus Vietnam eingestellt. Wie das möglich war? In der Bäckerwelt sind wir eng vernetzt – die Kontakte kamen über Kollegen. Die Auszubildenden sprechen alle Deutsch, haben eine deutsche Schule in Vietnam besucht, und wir begleiten sie sogar bei der Wohnungssuche hier vor Ort. Leider verzögert sich ihre Einreise wegen der umfangreichen deutschen Bürokratie – die Unterlagen liegen schon seit Wochen bei der Deutschen Botschaft. Apropos Bürokratie – diese ist oft ein Thema für Mittelständler. Wie wirkt sich das bei Ihnen aus? Die Bürokratie ist ein echter Kraftakt. Ein Beispiel: Im Sommer wollten wir eine serbische Fachkraft einstellen. Die Arbeitsagentur prüfte erst, ob die sogenannte ‚Westbalkanregel‘, die eine begrenzte Anzahl an Arbeitskräften aus dem Balkan erlaubt, noch Kapazitäten hat. Erst nach 14 Tagen bekamen wir eine Antwort – so langsam läuft das. Auch die Finanzbehörden stellen uns vor Herausforderungen: Wir müssen beispielsweise alle Kassenbelege von 17 Kassen und Lieferscheine über mehrere Jahre in Papierform aufbewahren. Dabei sind unsere Kassensysteme bereits manipulationssicher und digital. Ein absurdes Beispiel aus der Lohnsteuerprüfung: Übrig gebliebene Backwaren dürfen wir den Mitarbeitern nicht geben, weil das als geldwerter Vorteil versteuert werden müsste. An Tiere dürfen wir sie aber weitergeben oder müssen sie wegwerfen – das ist völliger Unsinn. Die Politik verspricht seit Jahren Erleichterungen, aber spürbar geändert hat sich nichts. Selbst die Gewerbeaufsicht ist anspruchsvoll: Allergene sollen in Papierform ausliegen, obwohl alle Informationen digital im Kassensystem hinterlegt sind. Unser Betrieb nutzt mittlerweile zahlreiche IT-Systeme, von der Pausendokumentation bis zur modernen Produktionslinie. Trotz dieser technischen Fortschritte ist der bürokratische Aufwand enorm. Den vollständigen Artikel finden Sie unter: vrbank-sww.de/buerokratie- mittelstand Bürokratie bremst den Mittelstand Bürokratie ist ein zentraler Bestandteil einer funktionierenden Gesellschaft. Doch wenn sie überhandnimmt, kann sie zum Wachstumshemmnis werden. Das Interview mit Thomas Busch zeigt eindrücklich die Belastung durch bürokratische Hürden und steht exemplarisch für alle Unternehmen, die tagtäglich mit komplexen Vorgaben kämpfen. Im Artikel „Bürokratie und Regulierung - Mittelstand und Banken in Deutschland“ beleuchtet Dr. Yvonne Zimmermann, Vorstandsmitglied der VR Bank, die vielschichtigen Auswirkungen von Bürokratie und zeigt auf, wie wichtig ein gutes Miteinander zwischen Banken und Unternehmen ist, um diese Hürden gemeinsam zu bewältigen. Geschäftsführer Thomas Busch kämpft mit bürokratischen Hürden. FÜR UNSERE MITGLIEDER UND KUNDEN 17 16
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