Geld- und Kapitalmarkt 2024: Stabilisierung in unsicherem Fahrwasser Im Jahr 2024 prägten weitreichende geldpolitische Entscheidungen der Europäischen Zentralbank (EZB) den Geld- und Kapitalmarkt. Angesichts der rückläufigen Inflation, die im Euroraum im Mai auf 2,6 Prozent und in Deutschland auf 2,4 Prozent sank, leitete die EZB eine Wende in ihrer Zinspolitik ein. Im Juni erfolgte die erste Zinssenkung, der im September und Oktober weitere Anpassungen folgten. Schließlich beschloss die EZB am 12. Dezember 2024 die vierte Senkung der Leitzinsen um 25 Basispunkte, wodurch der Einlagenzins auf 3,00 Prozent reduziert wurde. Ziel dieser Maßnahmen war es, die Kreditvergabe zu stimulieren und das Wirtschaftswachstum im Euroraum anzukurbeln. Die Auswirkungen auf die Kapitalmärkte waren positiv: Der Deutsche Aktienindex (DAX) schloss das Jahr mit einem Rekordstand von über 19.900 Punkten ab. Dennoch spiegelte der ifo-Geschäftsklimaindex eine getrübte Stimmung in der deutschen Wirtschaft wider. Im Dezember erreichte er – als Ausdruck einer pessimistischen Erwartungshaltung – mit 84,7 Punkten den niedrigsten Stand seit Mai 2020. Gleichzeitig zeichnet sich ein Wandel in der Investitionsstrategie vieler Unternehmen ab. Immer mehr Firmen planen, ihre Investitionen internationaler auszurichten, was den Wirtschaftsstandort Deutschland zusätzlich belasten könnte. Die Sparquote der deutschen Haushalte blieb mit 11,5 Prozent auf einem hohen Niveau stabil. Diese Entwicklung zeigt, dass die anhaltenden wirtschaftlichen Unsicherheiten die Konsumneigung weiterhin dämpften und eine verstärkte Reservehaltung bevorzugt wurde. In der Quintessenz war der geldpolitische Kurs der EZB mit insgesamt vier Leitzinssenkungen im Jahr 2024 zur Stimulierung von Investitionen und Konsum zwar konsequent, konnte jedoch angesichts der Vielzahl wirtschaftlicher Widrigkeiten keine signifikanten Impulse setzen. Unsere Stärke: Kontinuität und Verlässlichkeit Auch im Jahr 2024 ist es uns gelungen, unseren Kurs erfolgreich fortzusetzen. Trotz der genannten schwierigen Rahmenbedingungen konnten wir sowohl in den bilanziellen als auch in den außerbilanziellen Geschäftsfeldern kräftige Zuwächse verzeichnen. Diese Ergebnisse unterstreichen, dass unsere geschäftspolitische Ausrichtung mit klaren dezentralen Strukturen und Kompetenzen für die Menschen in unserer Region zunehmend an Relevanz gewinnt. Mit einem klaren Fokus auf die vielfältigen Bedürfnisse unserer Kundinnen und Kunden haben wir weiterhin sowohl in unsere Präsenz vor Ort als auch in innovative Anwendungen des mobilen Bankings investiert. Unverändert komfortable Öffnungszeiten unserer Geschäftsstellen sowie die persönliche Erreichbarkeit unserer Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter – vor Ort, telefonisch oder per E-Mail – bieten einen deutlichen Mehrwert und einen wesentlichen Wettbewerbsvorteil. Starke Entwicklung trotz herausfordernder Rahmenbedingungen Das betreute Kundenvolumen der Bank stieg im Berichtsjahr um 686 Millionen Euro oder 8,8 Prozent auf insgesamt 8,5 Milliarden Euro. Die Bilanzsumme der Bank kletterte – im Einklang mit dem dynamischen Kundengeschäft – deutlich um 330 Millionen Euro oder 7,3 Prozent auf 4,8 Milliarden Euro. Die Zahl der netto neu gewonnenen Vollbankverbindungen erreichte mit einem erneut beachtlichen Plus von 3,5 Prozent einen neuen Höchststand und unterstreicht die Attraktivität unserer geschäftspolitischen Ausrichtung. Ebenso erhöhte sich die Zahl der Mitglieder auf 45.001 Teilhaberinnen und Teilhaber. 4
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